Talent-Story zur Europäischen Woche der Berufsbildung
„Ich wollte eine andere Kultur kennenlernen und sehen, wie es ist, wenn man in einer solch extremen Situation zusammenarbeitet, noch dazu gemeinsam mit Einheimischen.“

 Eva (hintere Reihe links), Namibia
© Rheinisches Bildarchiv Köln, Eva Bauer, rba_d 046973_12

Elefanten vor der Linse - Eva engagierte sich während ihrer Ausbildung zur Fotografin in einem Freiwilligenprojekt in Namibia

Geht das - als Azubi ein Praktikum im Ausland zu machen?
Klar geht das!

Einen ganz besonderen Auslandsaufenthalt erlebten fünf junge Auszubildende aus dem gewerblich-technischen Bereich der Stadt Köln. Sie gingen im September 2017 für zweieinhalb Wochen nach Namibia, um dort aktive Friedens- und Naturschutzarbeit zu betreiben. So reaktivierten sie ein von Tieren genutztes Wasserloch, das zu klein geworden und zum Teil versiegt war. Eva war eine von ihnen. Normalerweise macht sie eine Ausbildung als Fotografin im Rheinischen Bildarchiv der Stadt Köln. Ihr Chef hatte sie auf das Namibia-Projekt angesprochen, über das er auf einem Ausbildertreffen informiert worden war.

Eva war vorher bereits in Europa, Neuseeland, den USA und Kanada gewesen, Afrika aber kannte sie nur aus Filmen. Die Mischung aus Naturschutz und Wildnis und die Möglichkeit, gemeinsam mit anderen Auszubildenden aus Köln und einheimischen Helfern etwas Bleibendes zu schaffen, waren für sie besonders spannend. Das klang nicht nur nach Abenteuer, das war Abenteuer!

Die Farm, auf der wir gewohnt haben, war eine gute Autostunde vom nächsten Ort entfernt. Es gibt dort allerdings keine normalen Straßen, wir sind meist auf alten Elefantentrails gefahren. 
Das ist Marco Grünert, unser Gastgeber und Projektpartner in Namibia. Ohne ihn wäre das alles gar nicht möglich gewesen. Er ist studierter Geologe und lebt seit Anfang der 1990er Jahre dort.
Hier sieht man die erste Begehung des Wasserlochs. Es war einfach zu klein für eine Elefantenherde. Wir haben das Loch vergrößert und dabei auch die Mauer versetzt.

"Ich fand die Art und Weise, wie wir dort gearbeitet haben, speziell. Wir sind von Deutschland Maschinen und eine möglichst hohe Effizienz gewohnt. Das war dort völlig anders. Wir haben fast alles per Hand gemacht. Und wir konnten jeden Tag den Fortschritt unserer Arbeit sehen. Die Vorstellung, dass wir die Situation der Elefanten und der einheimischen Bevölkerung verbessert haben, empfinde ich als etwas sehr Sinnvolles."

Ungefähr die Hälfte der Zeit haben wir alle gebuddelt. Das ist zu Beginn der Arbeit: Wir haben gerade damit begonnen, die erste Schicht abzutragen, um das Loch tiefer zu machen.
Am Ende eines Arbeitstages haben wir unseren Aushub möglichst weit weg vom Wasserloch abgelagert. Wir brauchten einfach Platz und wussten auch noch nicht genau, wie groß das Loch werden würde.

"Interessant war, wie eine solche Gruppe funktioniert, wenn man zwei Wochen lang eng zusammenarbeitet, obwohl man kaum miteinander sprechen kann. Ich habe für mich in dieser Zeit sehr viel dazugelernt. Sehr hilfreich empfand ich, dass wir vorher gut auf die Situation vorbereitet worden waren."

Hier sieht man eine Folie und den darunterliegenden Filz. Beides diente zum Schutz und zur Abdichtung des alten Wasserloches.
Im Trockenflussbett haben wir Sand für den Zement geschippt, den wir nachher mischen mussten. Er diente dazu, das neue Wasserloch zu fundamentieren.
Das ist das neue Wasserloch, von dem eine Leitung zu einer 200 Meter entfernten Wasserpumpe führt. Diese zieht Wasser aus dem Grundwasser und transportiert es zum Wasserloch. Die Pumpe wird übrigens über einen Solarkollektor betrieben.
"Wir alle waren sehr zufrieden mit dem, was wir geschafft haben. Ich habe nach jedem Arbeitstag ein Foto an der Stelle aufgenommen, an der wir gerade gearbeitet hatten. Es war fast schon ein Running-Gag, dass – wenn wir abends fertig waren – vor allem die Einheimischen sagten: ,Eva, Foto!’"
Das ist Penno mit seinen beiden Kindern. Er arbeitet für die Organisation Living with Elephants und lebt in der Wildnis in der Nähe der Wasserlöcher. Er und zwei weitere Einheimische haben uns bei der Arbeit geholfen. Anschließend habe ich ihn gefragt, ob ich ihn gemeinsam mit seiner Familie fotografieren darf.
Nachdem wir mit der Arbeit am Wasserloch fertig waren, sind wir noch ein paar Tage in den Etosha-Nationalpark gefahren. Dort haben wir unterschiedlichste Tiere gesehen. Das Spannendste dabei war, als ein Elefant unserem Auto ganz nahe kam.
Auf Safaritour im Nationalpark – Tierbeobachtungen vom Ausguck an Wasserlöchern
"Am eindrucksvollsten waren die Natur und die Wildnis. Ich hatte vorher schon eine Vorstellung, was mich erwartet, in der Realität war es dann aber doch noch einmal anders. Bei mir überwog eine freudige Aufregung. Ich habe das einfach auf mich zukommen lassen. Und es war sehr gut."

Alle Bilder © Rheinisches Bildarchiv Köln, Eva Bauer, rba_d 046973_01-25

Dienstreise mit Elefanten

Fünf Azubis und ein Ausbilder der Stadt Köln waren für zweieinhalb Wochen in Namibia. Warum organisiert die Stadt Köln dieses Projekt? Katharina Beyen, Mitarbeiterin der Ausbildungsleitung, und Dirk Schnaar, Ausbilder für Garten- und Landschaftsbau, berichten.

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Als Azubi ins Ausland

Organisiert wurde das Namibia-Projekt federführend von der Ausbildungsleitung der Stadt Köln in Kooperation mit dem Amt für Kinder, Jugend und Familie sowie dem Verein „Living with Elephants“. Ziel war es, ein Wasserloch als Raststelle für Elefanten herzurichten, um das ökologische Gleichgewicht zu stabilisieren und Konflikte zwischen der hier lebenden Bevölkerung und den Elefanten zu minimieren. Bezuschusst wurde das Projekt aus dem Förderprogramm „Konkreter Friedensdienst“ von Engagement Global NRW. Einen Restbetrag von 500 Euro pro Person steuerten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer selbst bei.

 

 

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