Zwei Welten - Ein Beruf.

Die Leidenschaft für's Nähen verbindet.

Von Mode und Menschenrechten - Schülerinnen und Schüler der Modeschulen Nürnberg gingen für zwei Wochen nach Indien

Von Nürnberg nach Tirupur

Florence und ihre Mitschülerinnen und Mitschüler der Modeschulen Nürnberg nahmen an einem Austauschprogramm mit der Modedesignschule NIFT-TEA College of Knitwear Fashion teil. Sie reisten dazu nach Indien - genauer gesagt nach Tiripur. Von dort kommen etwa 90 Prozent der indischen Baumwollstrickwarenexporte. Die Zusammenarbeit findet im Rahmen des Mode-, Menschenrechts- und Bildungsprojekts Azadi („Freiheit“ auf Hindi) statt.

Zunächst lernten die jungen Deutschen am College in Tirupur Schnitte und Produktionsverfahren kennen. Ein Hauptaugenmerk lag auf umweltgerechter Produktion und fairen Handelswegen. Den zweiten Teil des Aufenthalts absolvierten sie bei der indischen Menschenrechtsorganisation STOP (Stop Trafficking and Oppression of Children and Women). Die Organisation STOP bildet junge Frauen in Schneiderei aus und bietet dadurch Opfern von Zwangsprostitution eine neue Zukunftsperspektive. Die Gäste aus Deutschland tauschten sich mit den jungen Inderinnen über Schnitte und Designs aus, die bei deutschen Kundinnen gut ankommen.

Das Programm gab Florence die Möglichkeit die Produktion von Kleidungsstücken hautnah zu erleben. Sie sammelte hierbei Eindrücke und Erfahrungen, die ihr in ihrem weiteren Berufsleben in der Textilindustrie sicherlich von großem Nutzen sein werden.

"Insgesamt dauerte das Austauschprogramm zweieinhalb Wochen. Ich wollte unbedingt am Indien-Projekt der Modeschulen Nürnberg teilnehmen, da ich das Projekt sehr interessant fand und es eine großartige Möglichkeit war, um die Produktion von Kleidungsstücken im Ausland von Nahem zu betrachten. Meine Eltern und Freunde hatten keine Bedenken mit meiner Reise. Sie wussten, welche Chance sie mir für meine Karriere in der Textilindustrie bietet."

"Hier sehen wir eine sogenannte Rundstrickmaschine. Funktion und Arbeitsweise wurden uns ausführlich erklärt."

Auftakt am NIFT TEA College of Knitwear Fashion in Tirupur

Tuk-Tuks. Das Verkehrsmittel Indiens. Ein Taxi auf drei Rädern.

Im Zuschnitt einer Produktionsfirma die unter anderem für ein internationales Modeunternehmen produziert

Farben für das Drucken von Printdesigns

"Die Produktionsfirma stellt ihre eigenen Garne her, die benutzt werden, um Maschenware zu produzieren, aus welchen dann wiederum Kleidung hergestellt wird. Das Ergebnis der Produktion: Jede Menge Rollen Garn."

...eine wirklich große Menge Garn.

Besichtigung der Produktionsfirma

Ausflug im Umland von Tirupur

"Sonntags bereisten wir Tirupur und besuchten hinduistische Tempelanlagen und eine Statue der Gottheit Shiva. Shivas Halskette bestand aus Nüssen, die am Himalaya geerntet wurden und Glück bringen sollen. Sie wurden Tage später bei einem großen Fest an Gläubige verteilt."

Statue der hinduistischen Gottheit Shiva

Lotustempel, Neu Delhi

"Der Lotustempel. Eines der eindruckvollsten Gebäude, das ich je gesehen habe. Ein Ort für Gläubige aller Religionen, um gemeinsam zu beten."

...fast wie Zuhause

Unternehmensbesichtigung I

"Hier werden die Stoffe bedruckt. Die Farben werden im sogenannten Rouleaux-Verfahren auf den Stoff gebracht. Außerdem wurde uns gezeigt, wie Stickereien auf Hemden kommen."

Unternehmensbesichtigung II

"Als wir STOP besuchten, erfuhren wir nicht nur viel über die Arbeit dieser Menschenrechtsorganisation. Wir lernten auch viel über landestypische Färberpflanzen und deren Verwendung kennen. Mit den jungen Schneiderinnen schnitten wir Kollektionsteile zu und zeigten ihnen, die in Deutschland üblichen Techniken. Auch beim Nähen tauschten wir handwerkliche Erfahrungen aus. Trotz der Sprachbarriere klappten gemeinsames Arbeiten und gegenseitige Unterstützung hervorragend. Über die Zeit entstanden echte Freundschaften."

Gemeinsames Arbeiten schweißt zusammen

© Bild oben: Shutterstock / Lauren

© Bilder Story: Florence Unger

Azadi - Modelabel und Menschenrechtsprojekt

Zunächst lernten die jungen Deutschen am College in Tirupur Schnitte und Produktionsverfahren für Baumwollstrickwaren kennen. Ein Hauptaugenmerk lag auf umweltgerechter Produktion und fairen Handelswegen. Den zweiten Teil des Aufenthalts absolvierten sie bei der indischen Menschenrechtsorganisation STOP (Stop Trafficking and Oppression of Children and Women).

Hinter dem Multistakeholder-Label Azadi steht ein Zusammenschluss mehrerer Partner, denen es darum geht, dass Mode nicht nur gut aussieht, sondern auch guten Gewissens verkauft werden kann. Die erste Kollektion entstand 2016 in Delhi. Sie wurde von jungen Frauen produziert, die von der indischen Initiative STOP in Schneiderei ausgebildet wurden. Als Nichtregierungsorganisation setzt sich STOP seit 1998 gegen Zwangsprostitution und Mädchenhandel in Indien ein und gibt unterprivilegierten Frauen eine Zukunftsperspektive. Das Gemeinwohlunternehmen FARCAP gGmbH (Fürth) koordiniert die Projektarbeit in Indien sowie die Bildungszusammenarbeit mit den deutschen Partnerorganisationen.

 Weitere Informationen zu FARCAP - Faire Mode

 Weitere Informationen zu Azadi

 Weitere Informationen zu den Nürnberger Modeschulen

 Weitere Informationen zur Indischen Partnerschule NIFT-TEA College of Knitwear Fashion (Tirupur)

  Weitere Information zum Menschenrechtsbüro der Stadt Nürnberg

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